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Inhaltspunkte für einen Abschiedsbrief, wenn ein Elternteil verstorben ist:

Achtung: Nicht alle aufgeführten Punkte sind für jeden gültig. Auswahl ist notwendig!

 

Viele Elemente dieses Abschiedsbriefes sind auch geeignet
für eine Verabschiedung der Eltern bzw. eines Elternteils
im Sinne einer Entlassung der Eltern aus ihrer sorgenden und verantwortlichen Eltern-Rolle
durch einen erwachsenen Sohn bzw. durch eine erwachsene Tochter.

Link zum Teilen: http://hanglberger-manfred.de/abschiedsbrief-eltern-loslassen.htm

 

 

 

1. Was weiß ich vom Lebensschicksal der Eltern?

          - Schicksalsschläge in der Kindheit der Eltern

          - Belastungen, Enttäuschungen, Überforderungen in deren Lebensgeschichte:

            Ungerechtigkeiten, Demütigungen, Konflikte

- Was hat ihnen besonders Freude gemacht, was hat sie besonders mit der Welt, mit der Natur, mit anderen Menschen verbunden?

- Welche Orte, welche Tätigkeiten, welche Dinge waren ihnen besonders wichtig?

- Was waren ihre Talente, ihre Hobbys, wohin floss die Energie ihrer Liebe?

- Was war das Schmerzhafte ihres Schicksals, worunter haben sie gelitten?

 

2. Was habe ich von den Eltern bekommen – wofür bin ich dankbar?

-  körperlich (mein Körper, körperliche Fähigkeiten, ...)

-  geistig (geistige Fähigkeiten, ...)

-  seelisch (emotionale, charakterliche, spirituelle, künstlerische Fähigkeiten, ...)

-  materiell (finanziell, Geschenke, Unterstützung, handwerkliche Hilfe, Erbe, ...)

 

3. Gab es Verletzungen, Belastungen, Überforderungen für mich?

- Verletzungen (Demütigungen, Abwertungen, Schläge, Spott, Ablehnung, Zurücksetzung, Benachteiligungen, Einschüchterungen, ...)

- Vernachlässigungen (Allein-gelassen-Werden, Abwesenheit der Eltern, andere Interessen, Teilnahmslosigkeit, in schwierigen Situationen im Stich gelassen, zu wenig Trost und Ermutigung, nicht wahrgenommen worden)

- Über-Forderungen (abwesenden Vater ersetzen, ein Elternteil trösten und stützen, Ehe der Eltern zusammenhalten, haben wegen mir geheiratet, bzw. sind wegen mir zusammengeblieben, Schuldzuweisung an mich, ich hatte immer schon einen Job, eine Aufgabe, keine Zeit der Ich-Findung und der eigenen Weltentdeckung,…)

- Selbst-Über-Forderungen (als Kind das Leid der Eltern gespürt, wollte sie erlösen, sie glücklich machen, immer brav sein, immer ihren Willen erfüllen, Eltern nie traurig machen, sie nie verunsichern, auf eigene Trotzphasen verzichtet, immer auf Wohlergehen der Eltern geachtet, mich selbst übersehen, auf eigene Ich-Entwicklung verzichtet, …)

 

4. Worunter leide ich noch?

 

5. Was habe ich gelernt – auch durch Leid und Belastungen?

          - Was ich im Leben alles geschafft habe.

          - Wie ich mich zu schützen weiß.

          - Wie ich gut mit mir umzugehen gelernt habe.

          - Wie ich die Beziehungen in meiner jetzigen Familie und zu Freunden gestalte

(Worauf ich besonders achte, was ich zu vermeiden suche, was mir gut tut, was mir wertvoll ist, was mir nicht gut tut, wann ich NEIN sage, …).

 

6. Ich achte Mutter und Vater als Mittler (Gottes) für mein Dasein!

-  Ich nehme mein Leben von ihnen an.
Sie bekommen einen angemessenen guten Platz in meinem Herzen und symbolisch (Bild) in meiner Wohnung.

-  Ich weiß, dass ich nicht das Recht habe über ihr Leben zu urteilen.

-  Ich verstehe schon einiges aus ihrer Lebensgeschichte besser, aber ich muss nicht (und kann nicht) alles verstehen, um sie zu achten.

-  Ich versuche auch aus dem zu lernen, was im Leben der Eltern belastend und schlimm war.

-  Ich weiß, dass ich das Recht habe ein eigener Mensch zu sein,

ein eigenes Leben zu leben, eigene Entscheidungen zu treffen, auch eigene Fehler zu machen.

-  Ich weiß, dass ich nicht nur ein Kind meiner Eltern bin, sondern ein Kind Gottes und über den Weg der Evolution auch ein Kind der Mutter Erde.

-  Ich glaube, dass Gott JA sagt zu mir und zu dem Neuen, das mein Leben und Denken in diese Welt gebracht hat, er achtet mich in meiner Originalität und in meinem Anders-Sein.

 

Ich achte meine Eltern als das Tor, durch das ich in diese Welt eintreten konnte.

 

 

Im Abschluss des Briefes sind folgende Aussagen wichtig:

 

1.    Ich fühle mit Dir, was Du an Schicksal erlebt hast und weiß mich mit Dir verbunden.

2.    Ich verneige mich innerlich vor Dir und achte Dein Schicksal.

3.    Bitte schau mit Liebe auf mich und auf meine Familienangehörigen und begleite mich/uns mit Deinem Segen.


 

 

Aus: „Tränen, die heilen“ – Neue Wege der Trauerarbeit; von Manfred Hanglberger, Pfarrer und Familientherapeut
www.hanglberger-manfred.de

 

 

Link zum Teilen: http://hanglberger-manfred.de/abschiedsbrief-eltern-loslassen.htm

 

>>> Weitere wichtige therapeutische Übungen

 

Weitere Hilfestellungen für Trauer, Abschied und Versöhnung in den Büchern von Manfred Hanglberger:

 

>> „Tränen, die heilen – Neue Wege der Trauerarbeit!
>> „Der sinnvolle Umgang mit Schuldgefühlen“ (Buch-Info)

>> „Die Geburt des ICH – Wie die Seele zur Welt kommt“

 

Weitere Themen und Hilfen in dieser Homepage:

>> Schuldzuweisungen gegen Eltern?? (Konflikte zwischen Erwachsenen und ihren Eltern)

>> Geschwister-Streit

>> Familientherapeutische Eigenverantwortung

>> Familienpastoral  (Verzeichnis)
>> Die Seele des Kindes

 

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