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Neu-Evangelisierung

Die zentralen Ziele einer zeitgemäßen Seelsorge
 abgeleitet aus dem Zentrum des christlichen Glaubens:
Aus der Wahrheit des Dreifaltigen Gottes

Eine zeitgemäße Seelsorge muss das Ohr am Wertempfinden und an den Wert-Erfahrungen der Menschen unserer Zeit haben und genauso auf die Worte und auf das Leben Jesu Christi hinhorchen.
Denn für Christen ist die biblische Tradition eine wesentliche Hilfe, um die unterschiedlichen Werterfahrungen unserer Zeit in rechter Weise einander zuordnen zu können. Denn erst in der rechten Rangordnung und Zuordnung können Werte ihre positive Wirkung entfalten. Jeder Wert kann negativ wirken, wenn ihm die rechte Zuordnung fehlt:

So kann z.B. Mitgefühl zur Bevormundung des anderen oder auch zur Selbstüberforderung führen, wenn sie nicht mit Achtung vor dem Leidenden und mit der Einsicht in die Grenzen der eigenen Kräfte verbunden ist.

Die Kirche hat Leben und Botschaft Jesu in der Glaubensbotschaft vom „Dreifaltigen Gott“ zusammengefasst:

1. Gott ist Person

2. Gott ist Gemeinschaft von Personen, die eine Einheit bilden und jeweils in ihrer Unterschiedlichkeit und Originalität erhalten bleiben.
Dies ist nur möglich in Liebe und Dialog.

3. Gott ist „Mensch geworden“, d.h. er ist in innigster Zuwendung verbunden auch mit der ganzen Schöpfung. 

Da der Mensch im christlichen Glauben als Gottes Ebenbild und als „Kind Gottes“ verstanden wird, gelten diese Aussagen auch für den Menschen.
Er spiegelt also diese (göttlichen) Werte wider:

Person-sein  -  Gemeinschaftsbezogenheit  -  Schöpfungsverbundenheit 

In der Seelsorge gilt es, dies nun zu verwirklichen. Daraus ergeben sich die drei wichtigsten Ziele christlicher Seelsorge:
 


1. Personsein:

Verwirklicht sich in Selbstfindung und Entfaltung der Freiheit und Mündigkeit:

- Entdeckung der eigenen personalen Würde und absoluten Werthaftigkeit
- Entdeckung der eigenen Originalität und Einzigartigkeit
- Entdeckung der inneren Vielfalt, Kreativität und Erkenntnisfähigkeit
- Entdeckung der eigenen Freiheit und Eigenverantwortung
- Sich als „Gottes-Kind“ verstehen (Kinder dürfen erwachsen werden und Verantwortung übernehmen)

Der Mensch als Person ist zur Mündigkeit und zur Eigenverantwortung in allen seinen Lebensbereichen berufen und soll dafür auch gefördert und unterstützt werden:

Dafür notwendig:
Die Wahrnehmung und Achtsamkeit nach innen:

Selbstwahrnehmung , Selbstannahme, sinnvoller Umgang mit eigenen Gefühle und Stimmungen, Meditation, Zeit für Selbstfindung, gesunde Selbstliebe, den eigenen Platz finden in der Welt und in der Gemeinschaft, Entdeckung der eigenen Originalität und göttlichen Werthaftigkeit, Einübung von Freiheit und Verantwortung, …  

>> Seelsorge als Hilfe zur Selbstfindung, zu gesunder Selbstliebe und zu Selbstvertrauen

>> Seelsorge als Förderung und Unterstützung der Mündigkeit und Eigenverantwortung in seelischer, geistiger, religiöser, moralischer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht.

 

2. Gemeinschaftsbezug:

Verwirklicht sich in Beziehungen des Vertrauens, der Wertschätzung, der Achtung, der Solidarität und der Liebe.
Der Mensch, der zur Gemeinschaft mit anderen Menschen berufen ist, soll in seiner Gemeinschaftsfähigkeit gefördert und unterstützt werden:
In Partnerschaft, Familie, Vereinen und Verbänden, in gesellschaftlichen, politischen und globalen Gruppen und Gemeinschaften:

Dafür notwendig:

Wahrnehmung und Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen nah und fern:
Dialogfähigkeit, konstruktive Streitkultur, Kritikfähigkeit, Kompromissfähigkeit, Vertrauensvorschuss, Verschwiegenheit, Achtung voreinander, Solidarität, Toleranz, Wahrnehmung einer fundamentalen geschöpflichen Gemeinsamkeit mit allen Menschen,  … , jeden Mitmenschen als „Kind Gottes“ sehen. 

>> Seelsorge als Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit in den unterschiedlichen Gemeinschaftsdimensionen

 

3. Schöpfungsverbundenheit und Schöpfungsverantwortung

für das eigenes Leben, für das gemeinschaftliche Leben und für die ökologische Gemeinschaft.

- Wahrnehmung der von Gott gegebenen Werthaftigkeit der Schöpfung,

- Wahrnehmung der eigenen Dazugehörigkeit zur Gemeinschaft der Natur

- Wahrnehmung der Vielfalt und Einheit aller Geschöpfe

- Wahrnehmung der seelischen Kraftquellen der Natur

- Wahrnehmung der seelischen Wirklichkeit in der Freundschaft mit Tieren

- Wahrnehmung der Gefährdetheit des Menschen durch die Eigendynamik der Natur

- Wahrnehmung der Gefährdetheit der Natur durch den Menschen


Dafür notwendig:
Wahrnehmung und Achtsamkeit gegenüber der Außenwelt.

Förderung von nachhaltigem Denken und Entscheiden im Umgang mit Tieren und Pflanzen, mit den Naturelementen und den Naturschätzen.
Folgen der privaten und gesellschaftlichen Lebensstile bedenken; langfristiges, Generationen-übergreifendes Denken entwickeln, …

>> Seelsorge als Förderung der Verantwortungsbereitschaft und Verantwortungsfähigkeit
(auch gegenüber der großen Gemeinschaft der Menschheit und der Schöpfung)

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Diese Seelsorge als Förderung
umfassender Mündigkeit,
umfassender Gemeinschaftsfähigkeit und
umfassender Verantwortungsfähigkeit

ist vor allem möglich
- in der Sakramenten-Katechese und im Religionsunterricht
- in der Erwachsenenbildung
- in Selbsthilfegruppen für Probleme aller Art
- in Seelsorgegesprächen
- in meditativen Angeboten
- in der Predigt.

 

Dafür notwendig ist aber auch



>> eine Analyse aller entmündigenden (auch selbstentmündigenden) Strukturen, Verhaltensweisen, Gebeten, Lehraussagen, in der Kirche
und in allen anderen menschlichen Gemeinschaften und Organisationen.

>> eine Analyse aller Dialogblockaden und Dialog-Verweigerungen und ihrer Ursachen in Kirche und Gesellschaft

>> eine Analyse aller Schöpfungs- und Weltabwertungstendenzen in Kirche und Gesellschaft und andererseits auch eine Analyse der Überbewertung des Materiellen und des Körperlichen in unserer Zeit.


Von: Manfred Hanglberger (www.hanglberger-manfred.de)

>> Wege und Perspektiven aus der Krise der Kirche 

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Der Christ glaubt an das Wirken des Geistes Gottes schon vor und auch außerhalb der Existenz der jüdischen und christlichen Religion.

So ist es auch in der Arbeiter-Seelsorge grundlegend:
Nicht der Seelsorger bringt Christus und seine Botschaft in die Arbeitswelt, sondern er schaut, wo Christus schon da ist und in den Herzen und Handlungen der Menschen schon wirkt.

Er ist der aufmerksame Beobachter, Entdecker und Aufdecker des Wirkens des Heiligen Geistes, der dann zur Mitarbeit mit dem schon ansatzweise vorhandenen Wirken des Heiligen Geistes einlädt.

So sollte Seelsorge, Mission und Neu-Evangelisierung auch in vielen anderen Lebens- und Gesellschaftsbereichen stattfinden:

Das erfordert eine sehr demütige Haltung des Seelsorgers gegenüber den Entwicklungen der Gegenwart, gegenüber dem Wirken Gottes in der Welt und gegenüber den Menschen, die er zur Mitarbeit im „Reich Gottes“ einladen will.