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Eine Gotteserfahrung, die vor allem auch in unserer Zeit grundlegend ist:

Die „leuchtenden Augen“ der Eltern: Die Eltern als Mittler Gottes:

Es ist eine wichtige seelische Kraftquelle und seelische Nahrung für ein neugeborenes Kind, wenn es von der Mutter und vom Vater „mit leuchtenden Augen“, also mit großer Freude und Liebe begrüßt wird. Dies schenkt dem Kind eine tiefe Lebensbejahung und Daseinsberechtigung. Wenn diese Liebe und Freude der Eltern nicht mit Besitzergreifung verbunden sind, sondern mit Achtung und Wertschätzung vor der Einzigartigkeit des neuen Lebens und mit Staunen und Ehrfurcht vor dem Wunder, das sich in der Geburt ihres Kindes zeigt, dann ist diese seelische Nahrung, die die Eltern dem Kind schenken, eine Gnade, ein Geschenk, das sie ihrem Kind weiterschenken. Für den gläubigen Menschen haben die zentralen seelischen Kräfte wie echte Liebe, Lebensbejahung, Achtung und Wertschätzung eine Quelle, die viele Menschen Gott nennen. Eltern sollten für ihre Kinder (Ver-)Mittler dieser seelischen Kräfte sein und diese in ihrem Glauben sich immer wieder von Gott schenken lassen – aber sie sollten auch füreinander Mittler dieser seelischen Kräfte sein.

 

Wenn die Eltern seelisch blockiert sind:

Wenn nun Eltern oder ein Elternteil wegen Problemen mit dem eigenen Selbstwertgefühl nicht in der Lage sind, das Kind mit „leuchtenden Augen“ anzusehen, dann ist es wichtig, dass es später selbst entdeckt, dass es unabhängig von den Eltern diese „leuchtenden Augen“, mit denen Gott auf einen schaut, gibt. Dies ermöglicht dem heranwachsenden Kind oder später dem erwachsenen Menschen sein Leben vom „Ursprung“ her anzunehmen.

 

Bereits eine wichtige biblische Gotteserfahrung:
Das Alte Testament zeigt uns, wie sehr den alten Israeliten die Bedeutung dieser „leuchtenden Augen“ Gottes bewusst war: Im Aaron-Segen (Num 6,25) und fünfmal in den Psalmgebeten (Ps
31,16; 67,1; 80,3; 80,7; 119,135) ist von diesen „leuchtenden Augen“ Gottes die Rede.

 

Wichtig in der Pubertät:

Aber nicht nur, wenn Eltern keine Mittler der bedingungslosen Liebe und Lebensbejahung Gottes sind, sondern auch, wenn Jugendliche aus der Familie herauswachsen und ihre eigene Originalität und Würde zu entdecken suchen, wird von den Heranwachsenden die Vermittlertätigkeit der Eltern für seelische Kräfte nicht selten abgelehnt. In dieser Zeit wäre es besonders wichtig, dass junge Menschen Vorbilder haben, die ihnen zeigen, dass es unabhängig von den Eltern diese „leuchtenden Augen“, gibt, die einem Lebensbejahung und ein tiefes Selbstwertgefühl schenken.

Ja, man kann sagen, christlicher Glaube ist die Entdeckung dieser „leuchtenden Augen“ Gottes und die Kultivierung der Beziehung zu diesen „leuchtenden Augen“.

 

In den Erzählungen über die Taufe Jesu in den Evangelien ist nicht das Bild von den „leuchtenden Augen“ Gottes verwendet, sondern dort ist diese spirituelle Erfahrung in die Worte gekleidet „Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich meine Freude habe“.

 

Wenn mich also jemand fragt: Gibt es Gott?
Dann ist eine meiner Antworten:
Ja, in den „leuchtenden Augen“ liebender Eltern und in den „leuchtenden Augen“, die wir unabhängig von den Eltern entdecken können, mit denen uns ein bedingungslos liebender Gott anschaut. „Glaube“ ist nämlich vor allem eine seelische Suchbewegung und Entdeckungsreise.

 

Manfred Hanglberger

 

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