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Systemische Belastungen abbauen

 

Was sind „systemische Belastungen“?

Es handelt sich um Belastungen, die wir durch unsere seelische Verbundenheit mit dem „System unserer Vorfahren“, vor allem mit einem leidvollen Schicksal unserer Eltern und Großeltern (seltener auch mit anderen Vorfahren), abbekommen haben.

Durch diese seelische Verbundenheit mit den Vorfahren können wir verdrängte Gefühle von Personen aus der Verwandtschaft unbewusst übernehmen. Da wir diese Gefühle keinen Ereignissen in unserer eigenen Biographie zuordnen können, sind sie sehr verwirrend und belastend.

 

Um sich selbst von solchen seelischen Belastungen zu befreien, ist es notwendig, sich von den Eltern bzw. von einem nahen Verwandten, mit dem man durch unbewusste Liebe in eine Identifikation geraten ist, zu unterscheiden. Dies gelingt einerseits durch verschiedene Methoden der Selbstwahrnehmung körperlicher und seelischer Art, wie zum Beispiel durch „autogenes Training“ und ähnlichem und andererseits durch „aufmerksames Hinschauen“ auf das Leben dessen, mit dem man identifiziert ist.


Dieses Hinschauen kann zum Beispiel heißen, sich mit dessen Lebensgeschichte zu beschäftigen, also Erkundigungen einzuholen über seine Kindheit, über seine Jugendzeit, über gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umstände und über Schicksalsschläge auf seinem Lebensweg. Aber nicht nur die äußeren Daten sind wichtig, sondern auch die Gefühle, die auf diesen Lebensstationen wohl lebendig gewesen sein dürften.

Das bewusste Mitgefühl mit diesem Menschen löst die Identifikation. Das Mitgefühl schafft die Unterscheidung von Ich und Du. Das bewusste Mitgefühl verhindert also die unbewusste oder auch bewusste Versuchung, das ungelebte Leben des anderen nachholen zu wollen und seine ungelösten Lebenskonflikte stellvertretend für ihn lösen zu wollen. Dies kann zu belastenden Überforderungen und zu Depressionen führen.

 

Aber die Unterscheidung von den Vorfahren allein führt nicht zur Geburt des eigenen Ichs. Die zweite fundamentale Voraussetzung dafür ist, die Person, mit der man identifiziert ist, dazugehören zu lassen: zur Welt, zum Verwandtschaftssystem und innerlich zu sich selbst; d.h. sie in ihrem Dasein und Dazugehören zu achten. Dies geschieht, indem man ihr in sich selbst einen angemessen guten Raum gewährt, also keinen Ort der Verachtung oder des Vergessens, aber auch keinen Ort der Herrschaft über meine Gefühle und meinen Willen.

 

Weitere Hintergründe dazu:
„Die Seele des Kindes“ >>>

 

Bei systemischen Belastungen, wenn wir also von unbewusst übernommenen Gefühlen der Eltern oder anderer Vorfahren belastet sind, kann folgendes hilfreich sein:

 

1.. Zuerst ist es wichtig zu erkennen, mit wem wir innerlich verstrickt sind, also wessen Gefühle wir unbewusst übernommen haben. Dazu kann „Stammbaum-Arbeit“ sehr hilfreich sein: >>>

2.  Dann sind zwei Sätze entscheidend:
(1) N. (Verwandtschaftsbezeichnung oder Name), ich fühle mit dir.
(2) N., ich achte dich mit deinem Schicksal.
Man kann sich von den Vorfahren und ihrem Schicksal nicht losreißen; man kann und darf die Vorfahren und ihr Schicksal nicht wegschieben und verdrängen.
Aber das Mitgefühl allein überfordert uns und belastet uns sinnlos.
Deshalb ist beides wichtig: Mitgefühl und Achtung!

3.  Ist die Person, mit der man seelisch verbunden ist, bereits verstorben, ist ein dritter Satz wichtig:
(3) N., schau mit Liebe auf mich und begleite meinen Lebensweg mit deinem Segen.

 

 

Manfred Hanglberger (www.hanglberger-manfred.de)

 

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Wichtige therapeutische Übungen >>>

 

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