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Bräuche in Spanien, bei denen an katholischen Festen Tiere grausam zu Tode gebracht werden.

 

Auf einer Fortbildung über Tierethik für Religionslehrer erfuhr ich, dass es nicht nur Stierkämpfe in Spanien gibt, sondern viele weitere grausame Spiele mit Tieren – und dies merkwürdigerweise an katholischen Heiligen-Festen.
Meine Theorie über die Entstehung dieser schrecklichen Traditionen und Bräuche und mein Vorschlag sie zu ändern:

 

1.Seit vielen Jahrtausenden war die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen sehr stark ausgeprägt:
- Die Männer mussten starke Gefühle wie Angst und Unsicherheit und Gefühle des Mitgefühls für Feinde und Tiere unterdrücken, um als Jäger, Fleisch-Beschaffer und Verteidiger des Familienclans zum Töten bereit und fähig zu sein.
- Die Frauen, die ihre wichtigste Anerkennung als Mütter erhielten, mussten die nonverbale Sprache der Säuglinge und Kleinkinder verstehen, um deren Signale in Form von Gefühlsäußerungen deten zu können und so deren Bedürfnisse angemessen befriedigen zu können.
- „Gefühlsspezialistinnen“ und „Gefühle-Verächter“ haben in einer klaren Aufgabenteilung zusammengearbeitet, um das Überleben des Familienclans zu sichern.

2.Da in einer Familie gewöhnlich manche Kinder mehr „Vater-Kinder“ und manche mehr „Mutter-Kinder“ sind, können Söhne, die „Mutter-Kinder“ sind, deren emotionale Sensibilität übernehmen und dadurch Probleme mit der Tötung von Tieren und Feinden haben.
Deshalb gehörte es wohl seit vielen Jahrtausenden zu den Initiationsriten der jungen Männer, dass diese das Mitgefühl mit dem Leid der Tiere ablegen sollten, damit sie ihrer späteren Rolle als „Männer“ im Familienclan gerecht werden konnten.
Grausame Tierspiele waren mit sportlichem Wettkampf, mit Mutproben, mit Spaß und Volksbelustigung verbunden, also mit einem geselligen und lockeren Umfeld, dem sich junge Leute nicht entziehen konnten.

3.In der Christianisierung der Völker Spaniens wurden diese Traditionen nicht als Problem oder als Gegensatz zum damaligen Verständnis des christlichen Glaubens gesehen und deshalb einfach weiterhin gepflegt.
Da es sich wohl um alte Feste im Zusammenhang mit Initiationsriten handelte, die für die Menschen sehr wichtig waren, wurden diese durch die Verbindung mit wichtigen katholischen Heiligenfesten in das kirchliche Leben integriert – ähnlich wie das Fest des römischen Sonnengottes durch das Weihnachtsfest in das Christentum integriert und umgedeutet worden ist.
Zudem war das Problem mit den unterschiedlichen Rollen von Männern und Frauen und damit das „Problem“ mit den „Mutter-Söhnen“ weiterhin gegeben.

4.Da das traditionelle Rollenverständnis von Männern und Frauen in unserer Zeit in Auflösung begriffen ist und das Jagen, Kämpfen und Tiere-Töten nicht mehr zu den Lebensaufgaben der Männer zählt, könnte man durch die Erforschung der Hintergründe dieser Traditionen anregen, diese durch andere Formen von Wettkämpfen und Volksbelustigungen zu ersetzten.
In dem Dorf, in dem ich hier in Bayern lebe, gibt es z.B. die Tradition des „Schubkarren-Rennens“ der Burschenvereine, an dem mehrere Dörfer beteiligt sind. Dabei müssen keine Tiere leiden und es macht trotzdem sehr viel Spaß.
Es wäre wohl Aufgabe der Kirche in Spanien – nicht zuletzt aufgrund der Aussagen in „Laudato si“ - diesen Kulturwandel voranzutreiben.

Da der Stierkampf zum verfassungsgeschützten Kulturgut Spaniens erklärt worden ist, gelten Aktionen gegen Stierkämpfe als verfassungswidrig.

 

Vielleicht hilft in dieser Situation ein „Gebet für Stierkämpfer“: >>>

Religiöser Bestattungsritus für ein geliebtes Tier: >>>

Begründung für einen religiösen Bestattungsritus für Tiere >>>


Oracion de luto para un funeral animal >>>

¿Por qué un rito religioso para un entierro de una mascotal? >>>

Oración por los toreros >>>

 

Manfred Hanglberger (www.hanglberger-manfred.de )

 

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