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Erstkommunion-Vorbereitung
Gruppenstunde: Fair Streiten


Konzeption und Texte von Manfred Hanglberger (www.hanglberger-manfred.de)

 

Überlegungen für die/den Gruppenleiter(in) GL:

 

Streiten ist natürlich und notwendig:

 

1.    Weil Menschen unterschiedlich sind

       § in ihren Erfahrungen

       § in ihren Meinungen

       § in ihren Wünschen und Interessen

 

2.    Weil keiner mit seinen Wünschen und Meinungen

       § sich verstecken muss, sondern sich zeigen darf

 

3.    Weil wir lernen müssen,

       uns zu behaupten und durchzusetzen,

       aber auch nachzugeben und Opfer zu bringen für andere

 

4.    Weil wir oft erst im Streit merken und zeigen können

       wie wichtig uns manches ist.

 

5.    Weil ohne Streit manche zu „herrschen“ anfangen
und andere benachteiligt und unterdrückt werden.

 

6.    Weil ohne Streit langfristig Rachegefühle, Verlogenheit, Hinterhältigkeit und eine negative Einstellung zueinander entstehen: kein Vertrauen, keine Achtung, keine Wertschätzung, …

 

Viele haben Angst vor Streit:

1.    Weil früher Streit als Sünde und als etwas Böses galt, das nicht sein darf.

2.    Weil viele Menschen nicht gelernt haben, sinnvoll zu streiten, deshalb haben sie Angst, verletzt (beleidigt) zu werden oder andere zu verletzen.

3.    Weil durch negativen Streit menschliche Beziehungen belastet und sogar zerstört werden können oder eine Feindschaft entstehen kann.

4.    Weil Streit sehr anstrengend sein kann; weil auch konstruktiver Streit eine starke geistige Herausforderung darstellt.

5.    Weil man nicht als Nörgler und als streitsüchtiger Mensch gelten will.

6.    Wenn man als Kind in der eigenen Familie Streit nur schlimm erlebt hat.

 

Vorbereitung:

- Blatt mit Streitmethoden in Kärtchen zerschneiden (Kopiervorlage >>>)

- evtl. Utensilien für das Rollenspiel (Fernsehzeitung, Stuhl, usw.) bereitlegen

- Kopie „Streitregeln“ und „Gebet für fairen Streit“ für jedes Kind (Kopiervorlage >>>)

 

 

ABLAUF

 

1. Gebet:

Gott,

du kennst uns besser, als irgendein Mensch uns kennt
und du schaust mit Liebe auf jeden von uns.

Ob wir sitzen oder stehen, du weißt um uns.
Ob wir laufen oder spielen, du bist jedem von uns innerlich nahe.
Wo wir auch sind, zuhause oder weit weg,

deine liebevollen Augen begleiten jeden von uns.
Du hilfst uns, innerlich immer wieder froh zu werden
und auch die anderen zu achten und ihnen gut zu sein.
Hilf uns, eine gute Gemeinschaft zu werden,
wenn wir uns nun auf unsere Erstkommunion vorbereiten.

Amen

 

2. Die Kinder sammeln lassen: Worüber streiten Kinder und Erwachsene?

Beispiele auf großes Plakat oder kleine Zettel schreiben lassen.

Anschließend vorlesen und überlegen, welches Streitthema man auswählen will, um Streiten durch ein Rollenspiel zu üben.

 

3. Ein Beispiel für ein Rollenspiel: „Zwei Kinder streitet über das Fernsehprogramm“

Für den GL: Anhand des Rollenspiels sollen die Kinder einmal durchspielen, wie es zu Streitigkeiten kommen kann und wie unterschiedlich man sich darin verhalten kann.

 

Rollen:

Kind 1:       möchte gerne einen Zeichentrickfilm (o.ä.) sehen.

Kind 2:       ist begeisterter Fußballspieler und möchte eine Live-Übertragung sehen.

Alle anderen sind Beobachter. Sie sollen auf die Verhaltensweisen der Streitenden achten und später ihre Beobachtungen mit allen besprechen.

 

Spielweise:

Spielbeginn: „Es ist ein verregneter Sonntagnachmittag und die Kinder wollen fernsehen...“

Das Stück kann öfter gespielt werden. Jedes Kind sollte einmal als Spieler und einmal als Beobachter drankommen. Die Beobachter dürfen aber nicht ins Spiel­geschehen eingreifen.

 

4. Reflexion:

Zuerst die Spieler danach fragen, wie es ihnen in ihrer Situation ergangen ist und was schwierig für sie war.

Anschließend die Beobachter erzählen lassen und vielleicht Unterschiede in den Streitmethoden der Einzelnen feststellen lassen.

Welche Gefühle kommen jeweils zum Vorschein?

 

(Hier schon, falls Streitmethode dazu passt, das entsprechende Kärtchen auf den Tisch legen.)

 

5. Streitmethoden: Kopiervorlage >>>

Immer ein Kärtchen mit einer Streitmethode auf den Tisch legen und mit den Kindern besprechen.

Die besten Streitmethoden heraussuchen, weitere finden.

 

6. Regeln für faires Streiten

 

Blatt (Kopiervorlage siehe unten) an alle austeilen, durchlesen und besprechen.

 

 

Regeln für faires Streiten

 

1. Ungefähr gleiche Redezeit zugestehen

2. Dem anderen aufmerksam zuhören

3. Den anderen ausreden lassen

4. a) Achtung vor der Meinung des anderen haben

     b) Achtung vor den Gefühlen des anderen haben

     c) Achtung vor den Wünschen des anderen haben

5. Unterschiede zulassen

6. Jeder sagt möglichst klar, was er meint und will und

    wie wichtig es ihm ist.

7. "Ich-Sätze" statt "Man-Sätze" gebrauchen

8. Gegen Beleidigungen sich sofort durch Protest wehren

9. Bereit sein zu Kompromissen (gegenseitiges Nachgeben)

10. Darauf achten, dass es langfristig keinen Verlierer und keinen
      Sieger gibt

 

 

 

Abschließendes Gebet (Thema „Streit“)vorlesen:

 

Gott, du bist mit jedem Menschen innerlich verbunden.
Du liebst die Vielfalt und Unterschiedlichkeit in der Natur und auch bei uns Menschen.
So ist jeder von uns ein „Original“, ein einzigartiges Wesen:
Keinen gibt es zweimal.
In deinen Augen ist jeder wertvoll, wichtig und liebenswert.
Aber da wir oft unterschiedliche Meinungen und Wünsche haben,
gibt es oft auch Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse und
Streit unter uns.
Hilf uns, ehrlich und fair zu streiten,
so dass es gerecht bei uns zugeht und nicht die einen immer bevorzugt
und andere ständig benachteiligt werden.
Weil Gerechtigkeit Frieden schafft,
so wollen wir durch faires Streiten mitwirken an einer gerechteren und friedvolleren Welt. Amen

 

Anschließend den Kindern eine Kopie des Gebetes (auf A6-Doppelkarte) mitgeben und sie bitten, es auf ihr Nachtkästchen zu stellen und es in den nächsten Tagen immer vor dem Einschlafen zu beten. Kopiervorlage >>>

 

 

>>> Erstkommunion-Vorbereitung

 

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