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Spiritualität – was ist das?
(Aus: >>> Ich bin schuld! –Der sinnvolle Umgang mit Schuldgefühlen, M.Hanglberger, Pustet-Verlag, >>>http://www.pustet.de/shop/action/quickSearch?aUrl=90008343&facetNodeId=-1&searchString=Hanglberger&mainsearchSubmit=Los!

 

Spiritualität ist die geistig-seelische Kultur

>> der Suche,

>> der Entdeckung und

>> der Beziehungspflege

zu einer seelisch-transzendenten Wirklichkeit.

Christen und auch viele andere religiöse Menschen verstehen diese Wirklichkeit als ein personales Gegenüber, das sie Gott nennen. Von ihm glauben sie sich umfassend und grundsätzlich bejaht, von ihm wissen sie sich umgeben und im Innersten berührt; die Beziehung zu ihm schenkt ihnen ein tiefes Gefühl der Sinn- und Werthaftigkeit ihres Daseins. Sie gibt ihnen Geborgenheit, einen inneren Halt und sie vermittelt ihnen eine tiefe Lebens- und Daseinsberechtigung. Von ihm erfahren sie ein Ja zum Ganzen ihrer Lebensgeschichte, in der die Licht- und Schattenseiten ihres Wesens, in der alle Stimmungen und Gefühle mit aufgenommen sind. Sie erfahren in dieser Beziehung eine Angstfreiheit, durch die sie nichts verdrängen oder verbergen müssen, die ihnen vielmehr hilft, sich selbst ehrlich und umfassend anzuschauen. Sie erfahren Gott als den, der sie bewegt, ehrlich hinzuschauen auf das Netzwerk ihrer Beziehungswirklichkeit mit nahen und fernen Menschen, mit Tieren und anderen Geschöpfen, mit Naturelementen und auch mit ihm selbst, dem Geheimnis und Ursprung aller Wirklichkeit, das hinter allem wirkt und das alles im Innersten miteinander verbindet.

Das alles erfahren sie als „göttliche Liebe“. Und gläubige Menschen sind überzeugt, dass in jedem Menschen ein großer Hunger nach dieser umfassenden und vieldimensionalen Liebe existiert.

 

Solche Spiritualität, solche Erfahrung des „Geliebtseins von Gott“ vermittelt ein seelisches Wissen, dass es Gott grundsätzlich gut mit uns meint und dass er uns in allen unseren Problemen und Sorgen helfen will - aber im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“. Er nimmt uns unsere Probleme nicht ab, er entmündigt uns nicht, sondern hilft uns, sie zu lösen und mit ihnen so zu leben, dass sie uns nicht lähmen, sondern dass sie uns zum Segen werden.

Christen sehen in der Botschaft Jesu das Bild eines Gottes, der uns auch bei unseren Schuldproblemen helfen will – nicht strafend, sondern heilend – , der uns die Konsequenzen unseres Fehlverhaltens aber nicht abnimmt, sondern hilft, sie zu tragen und dafür Verant-wortung zu übernehmen. Es gehört zu den zentralen Aussagen der Evangelien, dass uns Gott auch als „Sünder“ liebt und uns hilft, uns selbst – trotz unserer Schuld – wieder anzunehmen und unser Leben wieder zu bejahen und es verantwortungsvoll und segensreich für uns selbst, für die Mitmenschen und für die ganze Schöpfung zu gestalten.

(Aus: Ich bin schuld! –Der sinnvolle Umgang mit Schuldgefühlen, M.Hanglberger, Pustet-Verlag)

 

 

Spiritualität hat vor allem folgende Ziele:

>>  Dem Leben zu vertrauen, das Leben trotz so vieler Leiden als wertvoll zu empfinden, das Leben in der Vielfalt seiner Entwicklungsphasen und seiner unterschiedlichen Stimmungen als eine Einheit, als etwas Ganzes zu verstehen.

>>  Die Vergänglichkeit der äußeren Gestalt, der körperlichen Daseinsform bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren, die Angst vor der Vergänglichkeit annehmen und aushalten. Sich wahrgenommen, bejaht und geliebt erfahren.

>>  Den eigenen Körper und die eigene Seele mit der Vielfalt und Gegensätzlichkeit der Gefühle und Stimmungen wahrzunehmen und zu bejahen.

Im Haus des eigenen Körpers zu Hause zu sein, gerne darin zu wohnen.

>>  Im Haus menschlicher Gemeinschaft zu Hause zu sein; Beziehungen des Vertrauens, der Verbundenheit und der Solidarität mit anderen Menschen zu pflegen. Eine Kultur der Anteilnahme am Schicksal der Mitmenschen zu entwickeln und ebenso eine Kultur der Selbstmitteilung gegenüber anderen

>>  Im Haus der großen Mutter Natur zu Hause zu sein, die anderen Geschöpfe als Mitbewohner in diesem Hause zu achten und gut mit ihnen umzugehen.

>>  Im Haus der Zeit, der Geschichte meiner Vorfahren, meines Volkes, der Menschheit zu Hause zu sein. Mich verbunden zu fühlen mit dem Schicksal meiner Eltern und Großeltern, deren Weg und Entscheidungen zu achten und mein Leben als etwas Neues auf dem Fundament der Vergangenheit zu gestalten.

(Aus: „Ich bin zornig – und das ist gut so!“ M. Hanglberger, Pustet-Verlag, >> Bücher Pustet)

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